Waren Markt- und Wettbewerbsstrukturen noch vor wenigen Jahren weitestgehend überschaubar, so haben sich diese zentral verändert. Längst geht es kaum mehr darum, bestehende Bedürfnisse von Kunden und Konsumenten zu befriedigen. Vielmehr wird in weitestgehend gesättigte Märkte hinein produziert.

Dies bedingt, dass immer neue Bedürfnisse geweckt und stimuliert werden müssen. Indikatoren hierfür sind immer kürzere Produktlebenszyklen einhergehend mit dem Erfordernis immer schnelllebigerer Produktinnovationen.

Beispielhaft hierfür ist etwa der Markt der mobilen Telefonie, deren Wachstumshorizont nur scheinbar überschritten ist. Denn den gesättigten Marktstrukturen werden seitens der Industrie immer neue Modelle mit immer neuen Funktionen entgegengestellt, die immer neuen Absatz stimulieren. Dies führt mittlerweile dazu, dass auf jeden Bundesbürger in Deutschland statistisch betrachtet vier Mobiltelefone mit teilweise mehreren parallelen Vertragsabschlüssen gezählt werden. Das mag irrwitzig erscheinen, belegt oben beschriebene Entwicklungen aber sehr deutlich.

Produkt- oder Absatzkrisen werden häufig nicht rechtzeitig erkannt. Denn gerade Unternehmen mit einer starken lokalen oder regionalen Ausrichtung haben in der Vergangenheit oft von einer hohen Kundenbindung profitiert. Insbesondere das Internet trägt maßgeblich zur Auflösung dieser Strukturen bei. Die Abwanderung von Kunden und damit Absatz- und Umsatzrückgänge vollziehen sich oft schleichend, denn der Kunde sagt einem in der Regel nicht, dass er jetzt woanders kauft.

Insofern stehen Produkt- oder Absatzkrisen in engem Zusammenhang mit Strategiekrisen in kleinen und mittelständischen Unternehmen und weisen oft die gleichen Symptome auf.