Die Erfolgskrise beschreibt zumeist die Iteration der Strategiekrise. Spätestens bei Eintreten der typischen Symptome einer Erfolgskrise über einen längeren Zeitraum hinweg sollten sämtliche Alarmglocken angehen.

Denn die ökonomischen Folgen anhaltender Strategiekrisen oder Absatzkrisen zeigen sich häufig darin, dass bilanzielle Indikatoren etwa durch die Auflösung stiller Reserven oder den Verkauf wichtiger Assets kaschiert werden. Auch die Ausnutzung von Bilanzwahlrechten wird dann dazu herangezogen, etwa bei Banken und Darlehensgebern vorzulegende Abschlüsse so auszugestalten, dass möglichst keine Störungen in der Geschäftsbeziehung entstehen oder ggf. bereits vorhandenes Misstrauen wieder umzukehren.

Die Folge ist das Aufzehren das Eigenkapitals einhergehend mit immer neuen Finanzierungsbedarfen – Gefährdungspotenziale entwickeln sich dann schleichend existenzbedrohend.

 

Indikatoren für Erfolgkrisen bestehen in:

  • einer sinkenden Eigenkapitalquote
  • einem kontinuierlichen Aufbau zusätzlicher Bank- und Lieferantenverbindlichkeiten
  • Erlösschmälerungen durch den Wegfall von Lieferantenboni und -skonti
  • Aufbau einer „kreativen“ Buchführung mit teils fragwürdigen Methoden in der Bewertung von Halbfertigerzeugnissen, Lagerbeständen und des Betriebsvermögens

 

Nicht selten weicht in dieser Kriseneskalationsstufe die realistische und objektivierte Wahrnehmung der Akteure in der Unternehmensführung in Bezug auf die eigene Unternehmenssituation und der Erfolgsaussichten gleichsam einer Paralyse, in der klammheimlich auf bessere Zeiten gehofft wird.

Unsere Provenio-Beraterteams  beobachten häufig eine idealisierte Sichtweise, in der negative Einflussfaktoren ausgeblendet werden und sich die Hoffnung auf den „großen Wurf“ einstellt. Eine frühzeitige, objektivierte betriebswirtschaftliche Analyse kann zu diesem Zeitpunkt dabei helfen, Schwachpunkte und Handlungsfelder aufzuzeigen und Negativentwicklungen auf ihre Ursprünge hin zurückzuverfolgen. Verfügt das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt noch über eine hinreichende Bonität und/oder eigene finanzielle Ressourcen, so bestehen beste Aussichten für eine nachhaltige Sanierung.